(REZENSION) Der Fährmann von Regina Denk

Mamenu

REZENSION
Herausgeber ‏ : ‎ Droemer HC
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 2. März 2026
Auflage ‏ : ‎ 1.
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3426566281
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-342656628

Über das Buch

Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.

Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.

Meine Meinung

Als ich Der Fährmann von Regina Denk gelesen habe, hat mich vor allem die düstere, fast bedrückende Atmosphäre der Geschichte beeindruckt. Der Roman spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in einer kleinen Gemeinschaft an der Salzach, genau an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Schon diese besondere Lage sorgt dafür, dass sich persönliche Schicksale und große historische Ereignisse immer stärker miteinander verweben.

Im Mittelpunkt steht Hannes Winkler, der Fährmann des Dorfes. Sein Beruf ist gefährlich, und ein alter Brauch verlangt von ihm, unverheiratet zu bleiben, damit im Falle seines Todes keine Familie zurückbleibt, die versorgt werden muss. Gerade deshalb ist seine Situation besonders tragisch: Hannes liebt seit seiner Jugend Elisabeth – und sie erwidert seine Gefühle. Doch Elisabeth ist ausgerechnet Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes der Gegend.

Besonders spannend fand ich, wie sich aus diesem Liebesdreieck – eigentlich sogar einem Geflecht aus vier jungen Menschen – immer mehr Konflikte entwickeln. Denn auch Elisabeths Freundin Annemarie hat gehofft, Josef heiraten zu können. So entstehen verletzte Gefühle, Eifersucht und Entscheidungen, die niemandem wirklich guttun.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert sich die Situation zusätzlich. Die Grenze entlang der Salzach bekommt plötzlich eine politische Bedeutung, und die Spannungen innerhalb der Gemeinschaft wachsen. Die Geschichte entwickelt sich dadurch immer dramatischer und führt schließlich zu Ereignissen, die das Leben der Beteiligten unwiderruflich verändern – besonders als ein Kind verschwindet und eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen ausgelöst wird.

Mir hat an dem Roman besonders gefallen, wie eindringlich die Autorin zeigt, wie stark Traditionen, gesellschaftliche Erwartungen und historische Umstände das Leben einzelner Menschen bestimmen können. Gleichzeitig erzählt sie eine emotionale Geschichte über Liebe, Loyalität und Schuld.

Für mich ist Der Fährmann ein bewegender historischer Roman, der zeigt, wie schnell aus Hoffnung Verzweiflung werden kann – und wie schwer es manchmal ist, seinem eigenen Herzen zu folgen.

Ich bedanke mich bei NetGalley und dem Droemerverlag für das Rezensionsexemplar

⭐⭐⭐⭐⭐


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