(REZENSION) Andere nennen es Urlaub von Franka Bloom

Mamenu

REZENSION
Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. März 2026
Auflage ‏ : ‎ 1.
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3499017520
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499017520

Zum Buch

Eine turbulente Familiengeschichte mit zwei ungleichen Schwestern, einem kauzigen Vater und einer abenteuerlichen Reise nach Italien

Nie hätte Netti gedacht, dass sie in diesem Sommer das Meer sehen würde. Urlaub war schon lange nicht mehr drin bei all dem Stress und den Geldsorgen. Und dann ist da noch ihr Vater Bruno. Seit er alleine ist, schaut sie fast täglich bei ihm vorbei. Doch nun braucht Netti dringend eine Auszeit, um endlich mal durchzuatmen und ihr eigenes Leben zu ordnen. Deshalb sagt sie auch sofort zu, als sich ihr eine Mitfahrgelegenheit nach Italien bietet. Um den Vater soll sich solange ihre Schwester Ellen kümmern. Ellen hingegen findet: Bruno muss mal raus, warum kann er nicht mit nach Italien? Aber … Urlaub mit Papa? Netti ist wenig begeistert. Doch sie ahnt nicht, welche Überraschungen dieser Sommer noch für sie bereithält

Meine Meinung

Manchmal stolpert man über ein Buch, von dem man gar nicht genau weiß, was einen erwartet – und genau so ging es mir mit „Andere nennen es Urlaub“. Und ganz ehrlich: Ich bin richtig froh, dass ich es gelesen habe.

Schon nach den ersten Seiten war ich mitten in der Geschichte. Der Schreibstil ist angenehm leicht, unaufgeregt und gleichzeitig so lebendig, dass ich das Gefühl hatte, direkt neben Netti zu sitzen. Es ist kein Buch, das sich kompliziert anfühlt – im Gegenteil, es liest sich fast wie ein Gespräch mit einer guten Freundin.

Was mich besonders berührt hat, ist diese Familienkonstellation. Zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten, ein Vater, der irgendwie schwierig, aber auch liebenswert ist, und mittendrin das ganz normale Chaos, das wohl viele Familien kennen. Niemand ist perfekt, jeder hat seine Macken, und genau das macht die Geschichte so authentisch. Ich konnte mich in vielen Momenten wiederfinden – in den kleinen Spannungen, den unausgesprochenen Gefühlen, aber auch in den liebevollen Gesten.

Netti mochte ich sofort. Ihre Überforderung, ihre Verantwortung für den Vater, dieses ständige Funktionieren – das hat sich sehr echt angefühlt. Umso mehr habe ich ihr diese Reise nach Italien gegönnt. Und genau diese Reise ist mehr als nur ein Ortswechsel. Sie ist irgendwie auch eine kleine Flucht, ein Versuch, sich selbst wiederzufinden.

Die Dynamik zwischen den Schwestern fand ich besonders spannend. Da ist dieses unterschwellige Reiben, unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben und auf den Vater – und trotzdem merkt man, dass da eine tiefe Verbindung ist. Genau solche Beziehungen machen für mich gute Geschichten aus.

Und dann ist da noch Bruno, der Vater. Ein Charakter, bei dem ich oft nicht wusste, ob ich den Kopf schütteln oder schmunzeln soll. Aber auch das gehört dazu – er bringt Wärme, aber auch Konflikte in die Geschichte.

Was mir insgesamt sehr gefallen hat: Das Buch zeigt, dass Familie nicht immer einfach ist. Es gibt Höhen und Tiefen, Missverständnisse, Streit – aber eben auch Zusammenhalt, Entwicklung und kleine, ehrliche Momente, die alles wieder ein Stück gerade rücken.

Für mich war es eine Geschichte, die mich nicht nur unterhalten, sondern auch ein bisschen nachdenklich gemacht hat. Über Familie, Verantwortung und darüber, wie wichtig es ist, sich selbst nicht zu verlieren.

Ein warmherziger, ehrlicher und gleichzeitig unterhaltsamer Roman, der sich leicht liest, aber trotzdem etwas mitnimmt. Für mich ein echtes Wohlfühlbuch mit Tiefgang.

Ich bedanke mich bei NetGalley und dem Rowohlt Taschenbuchverlag  für das Rezensionsexemplar

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️


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