(Rezension) Der Steg von Petra Johann

Mamenu

REZENSION
Herausgeber ‏ : ‎ Rütten & Loening
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 17. September 2024
Auflage ‏ : ‎ 2.
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 399 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3352010102
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3352010101

Zum Buch

Bis vor einer halben Stunde dachte Priska, ihr Leben sei perfekt. Toller Job, toller Ehemann, tolles Haus am Plöner See, Vorfreude auf ein langes Wochenende mit ihrem Halbbruder Moritz und dessen neuer Freundin Anna. Doch jetzt steht Priska auf dem Bootssteg, der zu ihrem Haus gehört, und blickt ins klare Wasser. Auf dem Seegrund liegt ein Mann, er ist tot, und es ist ihre Schuld. Im selben Moment klingeln die Gäste – und Priska trifft eine fatale Entscheidung …

Meine Meinung

Der Einstieg in die Geschichte hat mich persönlich nicht sofort gepackt. Im ersten Teil nimmt sich Petra Johann viel Zeit, um die einzelnen Charaktere ausführlich vorzustellen. Jeder wird genau beschrieben, ihre Hintergründe, Beziehungen und Eigenheiten werden detailliert beleuchtet. Das ist zwar hilfreich, um die Figuren wirklich gut kennenzulernen und später besser zu verstehen, hat für mich aber die Spannung am Anfang etwas gebremst.

Trotzdem lohnt es sich, dranzubleiben. Denn genau diese detaillierte Einführung sorgt später dafür, dass die Handlung viel intensiver wirkt. Ab einem bestimmten Punkt nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und die Spannung steigt kontinuierlich. Die anfänglich ruhige Erzählweise schlägt in eine immer dichtere und beklemmendere Atmosphäre um.

Besonders gut gefallen hat mir die psychologische Tiefe des Romans. Die Hauptfigur Priska steht vor schwierigen Entscheidungen, und man kann ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Man gerät beim Lesen immer wieder ins Grübeln und fragt sich, wie man selbst in so einer Situation handeln würde. Gerade diese moralischen Konflikte machen das Buch für mich so interessant.

Auch die Dynamik zwischen den Figuren – vor allem zwischen Priska, ihrem Halbbruder und den anderen Gästen – trägt viel zur Spannung bei. Es entsteht nach und nach ein Gefühl von Unsicherheit und Misstrauen, weil nicht immer klar ist, wer was weiß oder welche Geheimnisse noch verborgen sind.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und passt gut zur Atmosphäre der Geschichte. Die Autorin schafft es, eine ruhige, aber gleichzeitig unterschwellig bedrohliche Stimmung aufzubauen, die einen immer mehr in den Bann zieht.

Insgesamt ist Der Steg ein gelungener Psychothriller, der vielleicht etwas Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen, dann aber mit intensiver Spannung und starken Figuren überzeugt. Für mich ein Buch, das nicht perfekt ist, aber definitiv im Gedächtnis bleibt und deshalb verdiente 4 Sterne bekommt.

⭐⭐⭐⭐


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